Wenn schon Fleur de Sel, dann das richtige. Aber woran erkennt man das Original und warum ist es besser? Erstaunlicherweise ist Fleur de Sel anders als viele andere bekannte Lebensmittel nicht geschützt. Feta kommt aus Griechenland, Pino Grigio nur aus Italien. Fleur de Sel kann aber jeder sein Salz nehmen.
1. Das Etikett
Schon außen kann man anfangen: das Etikett sollte die Anbauregion des Fleur de Sels nennen. Natürlich könnte man auf dem Etikett auch Lügen, die meisten “Fälscher” schrecken davor aber zurück, da es ein Betrug wäre, und verwenden stattdessen Phantasienamen. Die älteste Anbauregion liegt an der französischen Atlantikküste rund um Guérande. Das wir unser Fleur de Sel von dort beziehen ist kein Zufall: das Fleur de Sel de Guérande hat bei unseren Freunden im Blindtest gegen viele andere Sorten gewonnen.
In der Guérande wird Fleur de Sel bis heute handgeerntet. Das liegt nicht unbedingt nur am Traditionsbewußtsein der Gegend, sondern auch am weichen Lehmboden, der eine maschinelle Ernte nicht zulässt. In anderen Gegenden Frankreichs, insbesondere am Mittelmeer, wird auch maschinell geerntet. Auch wenn wir grundsätzlich nichts gegen Maschinen einzuwenden haben, scheinen diese noch nicht weit genug zu sein, um die gleiche Spitzenqualität zu gewährleisten.
Auch außerhalb Frankreichs wird Fleur de Sel angebaut. Auch hier zeigt sich, dass die Qualität direkt von der Erfahrung abhängt. In Spanien gibt es ebenfalls schon länger Fleur de Sel bzw. dort Flor de Sal. Die Qualität dieses Salzes ist zumindest akzeptabel.
Ganz schlechte Erfahrungen haben wir jedoch mit einigen exotischeren Orten gemacht. Ein angebliches Fleur de Sel aus Indien bestand quasi nur aus steinharten, großen Salzkristallen. Aber dazu bald mehr in Teil 2: die Salzstruktur.

