Ganz Deutschland ein Hilfssherriff? Nein, nicht ganz Deutschland, aber anscheinend doch ein recht großer Anteil. Inzwischen haben wir – gerade gezählt – 38 Hinweise von Kunden, Besuchern oder Freunden bekommen, wir müssten dringend unser Impressum überarbeiten / AGB bereitstellen oder uns sonstwie mit der Bürokratie besserstellen um nicht Gefahr zu laufen, abgemahnt zu werden. Hier einige Antworten zu den häufigsten Tipps:

Allgemeine Geschäftsbedingungen – AGB

AGB scheinen — für das was sie eigentlich sind — doch einen erstaunlich guten Ruf beim Konsumenten zu haben. Zumindest wenn man nach der Anzahl der Mails mit dem Inhalt O mein Gott Ihr braucht AGBs alles andere ist ILLEGAL!!! geht.

AGB sind allerdings weder notwendig noch kundenfreundlich. In Deutschland gilt für ein Geschäft wie das zwischen uns und unseren Kunden erstmal das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Dieses existiert seit 110 Jahren, wurde oft überarbeitet und enthält — zusammen mit einigen ergänzenden Gesetzestexten — die gesammelte staatliche Weisheit zu Themen wie Rückgaberechten, Gewährleistungspflichten etc. Die gesetzliche Grundlage aus BGB und dem neueren Fernabsatzgesetz ist auch extrem verbraucherfreundlich. AGB enthalten daher quasi nie irgendwelche zusätzlichen Rechte für den Verbraucher, sondern schränken diese eher ein. Dies erkennen die meisten auch, wenn man ein Synonym für AGB verwendet: “das Kleingedruckte”.  Wir verzichten daher auf AGB.

Impressum

Unser Impressum hat alles, was es braucht. Wirklich. Nein, wir müssen unsere Nummer im Handelsregister nicht nennen. Eine Gbr ist nämlich nicht im Handelsregister. Auch eine Bankverbindung ist nicht zwingend vorgeschrieben. Wir haben eine, glaubt uns. Oder bestellt, dann schicken wir sie euch.

Widerrufsrecht

Auch, dass nirgendwo auf der Website nichts vom Widerrufsrecht zu finden ist, scheint manchen gelangweilten Schrebergärtner mit Computer auf die metaphorische Palme zu treiben. Erstmal würde ich mich als Kunde sehr freuen, wenn auf diese Belehrung verzichtet wird. Die Widerrufsfrist beginnt nämlich zum Zeitpunkt der entsprechenden Belehrung. Vergisst der Händler dies, gilt also quasi ein zeitlich unbegrenztes Widerrufsrecht. Vorteil Kunde, kein Grund für Protestmails.

Zweitens schicken wir die Widerrufsbelehrung durchaus den Leuten, für die sie gedacht ist. Die anderen Besucher unserer Website wollen wir doch lieber mit hübschen Fleur de Sel – Fotos behelligen.