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Das Salzprojekt in der Frankfurter Allgemeinen Wochenzeitung und im NSFW-Podcast

Gleich zweimal schaffte es das Salzprojekt in den vergangenen Wochen in die Medien, sowohl die alten als auch die neuen.

Erst erschien in der Ausgabe vom 10. April unter der Überschrift “Ein Salz, das nach Sonne und mehr schmeckt” ein großer Artikel über Fleur de Sel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Leider war im Vergleichstest wohl kein Platz mehr für uns, dafür wurde das Projekt im Text ausführlich besprochen. Fazit: exzellentes Salz zu “einem attraktiven Preis”. Online ist der Text leider nicht zu lesen.

Wir wussten natürlich schon ca. eine Woche vor Erscheinen von diesem Artikel und die Vorfreude stieg von Tag zu Tag. Wir hatten sogar überlegt, die Serverkapazitäten für diesen Sonntag zu erhöhen, um nicht unter der sicher zu erwartenden Bestellflut zusammenzubrechen. Unsere Abpackhilfen wurden in Alarmbereitschaft versetzt, neues Klebeband bereitgestellt und Notfallpläne angedacht, falls die Vorräte nicht mehr reichen sollten.

All das stellte sich dann als überflüssig heraus. Zwar kamen einige Bestellungen herein, aber der Sprung von der Zeitung am Frühstückstisch zum Computer scheint doch recht weit zu sein. Oder die FAS-Reichweite von immerhin einer Million Lesern wird zu optimistisch geschätzt. Abgesehen von Bestellungen bekamen wir aber auch einige Medienanfragen, die langfristig vermutlich unschätzbar wertvoller sind.

Sehr überrascht und völlig ohne Planung war dafür dann die Wand an Bestellungen, die mich nach der Rückkehr aus dem internetfreien Osterurlaub erwartete. Wie sich herausstellte, hatte unser größter Fan Holger Klein im NSFW-Podcast von Tim Pritlove und ihm etwas Schleichwerbung für uns gemacht. Oder besser: Trampelwerbung. Wenn wir ihn dafür bezahlen würden, gäbe es die Anweisung etwas weniger enthusiastisch zu sein. Seine Beschreibung der Ernte von Fleur de Sel ist jedenfalls richtig und hörenswert, und den von Ihm vermissten 20€/kg-Preis wird’s zu den Vorbestellungen im Sommer auch wieder geben.

Podcast-Hörer haben wohl etwas weniger Angst vor Bestellformularen im bösen Internet als FAS-Leser, und so schlugen die neuen die klassischen Medien im relativen Verhältnis 10:1. Blogs/Twitter/Podcasts machen also nicht nur mehr Spaß als die Zusammenarbeit mit klassischen Medien, sie lohnen sich auch durchaus. Vielleicht traut man diesen Quellen mehr?

Update: Holger wurde hier erst als “Gast” im NSFW-Podcast charakterisiert. In Wahrheit ist NSFW ein gemeinsames Projekt von ihm und Tim Pritlove.

Das große Aufräumen

Pakete verschicken ist ja schon im normalen Leben recht aufwändig. Verpackungsmaterial kaufen, Klebeband wiederfinden, zur Post gehen, Schlange um den Block sehen, später wiederkommen, trotzdem 20 Minuten anstehen etc.

Wenn man statt einem Paket 500 oder 5000 verschickt, ist dieser Aufwand zum Teil zum Glück einmalig. Die Verpackungen werden auf einer hübschen Palette (die man dann nie wieder los wird) angeliefert, fürs Klebeband kauft man sich endlich einen unglaublich professionellen Abroller und den Weg zur Post kann man sich auch sparen — die Post kommt dann zu einem.

Um einige Pakete muss man sich dann leider doch noch per Hand kümmern, und das machen wir gerade. Postleitzahlen sind sehr anfällig für Zahlendreher merkt man dann. Auch Packstationen sollten wir endlich mal automatisch herausfiltern. Die letzten fünf Seiten, die mit einer Tonerkartusche gedruckt werden haben es anscheinend auch in sich — die Etiketten sahen perfekt aus, waren jedoch wohl nicht richtig fixiert. Ergebnis: das Etikett verwischt beim kleinsten Kontakt. Mit etwas Glück war dann wohl noch genug zu lesen, um uns das Paket zurückzuschicken.

Und wie im letzten Jahr haben wir wieder ein kleines Weihnachtsgeschenk eingebaut. Durch einen (neuen!) Softwarefehler haben wir wieder einige Pakete doppelt verschickt. Wer eines davon bekommt darf es natürlich behalten oder verschenken. Wenn Ware einmal beim Kunden war, können wir die natürlich nicht nochmal verschicken. Vielleicht handeln wir ja irgendwann mit Büchern – da geht das.

Insgesamt ist es sehr angenehm, dass das geschäft wieder etwas ruhiger wird. Die freundlichen und glücklichen E-Mails überwiegen wieder die verärgerten, das Zusammenspiel mit unseren neuen Mitarbeitern die Pakete abpacken spielt sich langsam ein und wir können wieder über spannende neue Ideen nachdenken. Das Ladengeschäft und eine recht interessante Probeaktion stehen als nächstes an.

Versandfortschritt am Donnerstag

Gerade eben im Lager die fertigen Lagen an Paketen gezählt. Heute konnten wir 60% der offenen nur-Fleur de Sel-Bestellungen abpacken. Diese Pakete gehen morgen raus. Dann kommt auch noch mehr Hilfe dazu und wir werden die restlichen Fleur de Sel – Bestellungen sowie einen Großteil der Fleur de Sel+Pfeffer-Bestellungen abpacken, die dann am Samstag verschickt werden. Einige der “komplizierten” Bestellungen (“5x Fleur de Sel, 3x Urwaldpfeffer, 2x Tellicherry und bitte noch zwei zusätzliche Tüten”) werden eventuell erst Montag verpackt/Dienstag verschickt.

Jetzt ist alles Fleur de Sel da

Good news, everyone: der Rest unserer Salzlieferung ist gestern endlich eingetroffen. Da unsere Rücken sich von letzten Einpackaktion noch nicht ganz erholt haben, und es jetzt richtig schnell gehen soll, haben wir uns einige Helfer geholt, die heute bereits den ganzen Tag Pakete packen. Der Hermes-Bote für morgen ist bereits bestellt. Wir beginnen mit den einfachen Bestellungen von nur einem Kilo Fleur de Sel und arbeiten uns dann zu denen durch, die mehr Sorgfalt erfordern. Ob wir heute alle Bestellungen abarbeiten können oder dafür noch den morgigen Tag brauchen werden ist noch nicht abzusehen, wird dann aber hier veröffentlicht.

Durch den neuen Kontakt der uns jetzt die Helfer verschafft, können wir bald übrigens auch einen Ladenverkauf in Berlin anbieten, dazu aber mehr sobald die akute Arbeit geschafft ist.

Fleur de Sel unterwegs

Am Wochenende haben wir unser Fleur de Sel in Frankreich aufgetrieben. Der Transport war in Nantes wegen des Streiks stecken geblieben, ist aber wieder unterwegs. Jetzt gerade wohl von Paris an die deutsche Grenze, wo ihn dann ein deutscher Spediteur übernimmt. Dieser hat uns zwar einen Liefertermin genannt, aber nach der Erfahrung der letzten Woche möchte ich dem noch nicht ganz trauen. Lang scheints aber nicht mehr zu sein.

Ein Update

Puh, einige harte Tage liegen hinter uns, und leider noch einige vor uns. Am Freitag kam ein Transport aus Frankreich, und wir konnten endlich mal wieder den Wert echter Arbeit kennenlernen. Die ersten Pakete gingen dann gestern auf den Weg.

Aber halt: irgendwie schien die Lieferung dann leider etwas zu klein. Als das Salz alle war, lag dort noch eine ganze Kiste mit Adressetiketten. Ganz so grob hatten wir uns sicher nicht verrechnet, und von unserem Lieferanten wollten wir es auch nicht annehmen – schließlich haben die Franzosen das Kilo ja erfunden. Nach einigen Versuchen konnten wir eben unseren Lieferanten erreichen. Dieser bestätigte uns, dass unsere Lieferung in drei Teile aufgespalten wurde und vermutet noch eine französische Erfindung als Ursache des Problems: ein Streik. Wie google news bestätigt, findet in Frankreich gerade ein Generalstreik gegen die Anhebung des Rentenalters (von 60 auf 62 Jahre!) statt. In diesem scheinen 2/3 unserer Lieferung gerade festzustecken.

Nach den Medienberichten soll der Streik morgen früh beendet werden. Wir werden versuchen, die beteiligten französischen und deutschen Spediteure morgen vormittag zu erreichen und genaueres zu erfahren. Bis dahin bitten wir noch um etwas Geduld. Uns macht das auch recht wenig Spaß.

600€ für Pakistan

Gestern haben wir 70% des Umsatzes als Hilfe für Pakistan versprochen. Vor allem Dank einiger Twitterer ist dabei eine schöne Summe von 546€ zusammengekommen. Natürlich waren auch normale Kunden dabei, die von der Aktion gar nichts wussten und vielleicht nie erfahren werden – gut für’s Karma ist es hoffentlich trotzdem.

Es wunderte mich, für diese Aktion überhaupt nicht kritisiert zu werden. Daher mache ich das jetzt selbst. Denn natürlich hilft so etwas nicht nur Pakistan sondern auch uns: unser Konzept wird wahrgenommen und weiterverbreitet, und die Bindung zu unseren vorhandenen Kunden vielleicht gestärkt. Diese Bedenken ließen mich vor dem Start der Aktion etwas zögern. Schließlich betrachtete ich es aber rein utilitaristisch: was hilft ist gut, unabhängig von der Motivation. Auch möchte ich erwähnen, dass dies gemessen an einigen anderen Aktionen von uns sicher der teuerste Weg war, auf uns aufmerksam zu machen.

Hier ist die anonymisierte Liste der berücksichtigten Kunden. Ich habe mich entschieden, auch die Vornamen abzukürzen. Es waren einige seltene Vornamen aus kleinen Städten dabei, wodurch man den Kunden hätte identifizieren können. Trotzdem erfüllt diese Liste seinen Zweck: jeder Kunde kann damit feststellen, ob sein Beitrag registriert wurde und wir keinen Umsatz für uns behalten. Der Betrag von 600€ wurde gerade an die Aktion Deutschland Hilft überwiesen. Die Spendenquittung folgt an dieser Stelle, sobald Sie bei uns eintrifft. Jetzt hoffen wir natürlich, dass auch die Überweisungen unserer Kunden alle eintreffen.

  • HS, Berlin – 20€
  • SS, Großefehn – 20€
  • MK, Braunschweig – 35€
  • OS, Köln – 20€
  • LS, Schieren – 60€
  • MB, Pforzheim – 35€
  • PK, Landshut – 20€
  • JA, Meckenheim – 40€
  • SK, Ostfildern – 20€
  • IZ, Wandlitz – 60€
  • UK, Krefeld – 20€
  • AS, Nürnberg – 20€
  • UD, Berlin – 45€
  • SE, Völklingen – 20€
  • CG, Haigerloch – 20€
  • HK, Erftstadt – 60€
  • HS, Berlin – 35€
  • MH, Dortmund – 20€
  • OH, Rastede – 20€
  • JM, Schöllnach – 20€
  • HMS, Rangersdorf – 20€
  • OH, Berlin – 35€
  • DR, Heidelberg – 20€
  • SH, Oldenburg – 35€
  • MH, Meschede – 20€
  • MD, Darmstadt – 20€
  • CB, Drebkau – 20€
  • EW, Frankfurt – 35€
  • SB, Frankfurt – 20€

Summe: 835€, x 0.7 = ca. 600€

Vielen Dank allen Kunden.

Aktualisiert um 21:29: Unser Server arbeitet mit einer anderen Zeitzone, daher hatte ich zwei Kunden aus der ersten Stunde vergessen.

Am Donnerstag beim Salzprojekt bestellen und Pakistan helfen

In Pakistan spielt sich gerade eine Tragödie ab. Leider ist es eine sehr Stille. Durch Loveparade und Fluten in Ostdeutschland konnte der Katastrophe dort nicht die Medienaufmerksamkeit gewidmet werden, die sie verdient hätte. Auch liefert eine Flut nicht die aufrüttelnden Bilder z. B. des Erdbebens auf Haiti. Und dann ist da natürlich noch die Politik. Aber gerade dem kleinen Teil der pakistanischen Bevölkerung, der uns bisher vielleicht misstrauisch gegenüberstand, können wir hier zeigen, was unsere Werte in der Realität bedeuten.

Aus all diesen Gründen werden wir 70% des Umsatzes, den wir von jetzt bis Donnerstag Abend 24 Uhr machen an die Aktion Deutschland hilft, den Zusammenschluss der großen deutschen Hilfsorganisationen, spenden. Mit den verbleibenden 30% können wir gerade Porto und Versand decken, wir werden also in diesen 24 Stunden mit jedem Kilo Fleur de Sel Verlust machen. Daher auch vorsorglich folgende Einschränkung: bei 5000€ müssten wir die Aktion vorzeitig beenden, um nicht pleite zu gehen. Sollte es soweit kommen, wird es hier vermerkt.

Wir werden nach Abschluß der Aktion eine Liste der Kunden im Format “Matthias W., Berlin – 20€” sowie die Spendenquittung veröffentlichen. Und wer spenden will, ohne Fleur de Sel zu kaufen, kann dies auch gleich hier tun.

Das Salzprojekt im rbb Kulturradio, Rubrik Geschmackssache

Morgen (Mittwoch) um 9:45 sendet das rbb Kulturradio in der Rubrik Geschmackssache einen Beitrag über Fleur de Sel. Thema ist darin unter anderem, wie das Salzprojekt Fleur de Sel endlich auch in Deutschland erschwinglich macht. Wer nicht in Berlin oder Brandenburg lebt, kann die Sendung auch im Lifestream verfolgen.

Jetzt wird’s scharf: Pfeffer beim Salzprojekt

Eine der etwas anstrengenderen Wochen liegt hinter uns. Durch Zufall erfuhren wir von einem Entwicklungshilfeprojekt in Indien, in dem in einem Nationalpark an der für seine Gewürze berühmten Malabar-Küste richtig guter schwarzer Pfeffer angebaut wird. Da wir durch den überwältigenden Erfolg mit Fleur de Sel eh auf der Suche nach einem neuen Produkt waren, war uns sofort klar: den wollen wir haben!

Irgendwie dachten wir immer, wenn man ein Produkt verkauft, macht ein zweites kaum Arbeit. Da lagen wir leider etwas daneben. Um Bio-Pfeffer zu verkaufen, muss man erstmal Bio-zertifiziert werden. Zum Glück war eine Mitarbeiteren der Öko-Kontrollstelle, die auch den Anbau in Indien überwacht, gerade in der Gegend unterwegs, und kam kurzfristig bei uns zur Kontrolle vorbei.

Dann mussten wir natürlich auch an der IT arbeiten. Der Komplexitätssprung von einem Produkt zu zweien scheint ungefähr wie vom Zeitungerkäufer in der U-Bahn zum Kaufhaus, aber wahrscheinlich werde ich das beim nächsten Produkt wieder behaupten.

Auch die Verpackungswahl stand wieder auf der Agenda. Da Pfeffer nicht ganz so korrosiv wie Salz ist, wollten wir auf die Alufolie, die unseren Salzverpackungen enthalten ist, aus Umweltgründen verzichten. Die braune Papieroptik sollte aber bleiben. Ist ja inzwischen quasi unser Markenzeichen geworden.

Alles inzwischen erledigt, und das Ergebnis lässt sich unter http://salzprojekt.de/schwarzer-bio-pfeffer/ bewundern und bestellen.