Archiv der Kategorie Salzprojekt

Sie wollen bei uns bestellen? Wirklich?

Wow, es geht gut los. Sonntag abend haben wir den Schalter umgelegt und die Website ging online, dazu ein wenig Werbung bei google und einige Mails an Freunde die unser Salzprojekt bisher nur für einen Witz hielten (“Salz wollt ihr verkaufen, na klar!”). Natürlich hatten wir insgeheim auf etwas Ressonanz gehofft. Aber die Realtität übertrifft bereits jetzt alle Erwartungen. Es scheint eine Menge Menschen zu geben, die auch auf Details wie Salz wert legen.

Nun haben wir natürlich ein Luxusproblem: die Leute rennen uns die Bude ein, und wir müssen noch an der Infrastruktur arbeiten. Das wichtigste, den perfekten Lieferanten, haben wir zwar schon, aber Verpackungen und die Zahlungsabwicklung müssen noch organisiert werden. Gerade letzteres wirkt leider vielleicht etwas unprofessionell auf unsere Kunden, aber bis zum September ist es ja noch etwas Zeit und es hat sicher niemand etwas dagegen, sein Geld etwas länger behalten zu können. Es gibt auch viele Kommentare von Kunden, die unser Projekt sympathisch und interessant finden, und die zum Beispiel hier im Blog gespannt mitlesen. Transparenz ist da wohl wichtiger als sofortige Perfektion.

Jedenfalls ist es toll, nach Monaten des Planens und Vorbereitens endlich im Geschäft zu sein!

Immer(hin) ein gutes Geschenk

Mittlerweile stehen ja die ersten 25 kg Fleur de Sel in einer großen Plastiktüte bei mir am Fenster und versuchen zu trocken. Die PR-Arbeit für die Kampagne gestaltet sich zwar etwas mühsam (“es gibt gutes Salz??”), aber ein Problem hab ich immerhin gelöst: die Suche nach dem richtigen Geschenk.

Nun muss ich zugeben, eher zu denen zu gehören, die vor der Party noch schnell am Kiosk eine Flasche Wein kaufen, und vor lauter schlechtem Gewissen dann meist auch noch den teuersten, der dann trotzdem nix taugt. Immerhin ist der teuerste Kioskwein hier in Kreuzberg immer noch recht bezahlbar. Manchmal kommt man auch am Bahnhof vorbei, dann kann man noch frische Blumen bekommen. Irgendwie ist aber das aber auch einfallslos und mehr nette Geste als wirklich nützlich.

Aber seitdem der Sack Salz hier steht, merke ich, dass man Menschen tatsächlich eine Freude machen kann. Irgendwie scheint Fleur de Sel zu den Sachen zu gehören, die man immer schonmal ausprobieren wollte. Aber dann hat man keine Zeit/findet’s nicht/ist’s zu teuer etc. Wie Fallschirmspringen vielleicht.

Und da so ein Kilo Salz ja eine Weile reicht, ist das etwas längerer Spaß als Fallschirmspringen.

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Der Wahre Preis im Warenkorb

Man fängt ja oft im Leben idealistisch an, um dann von der Realität eingeholt zu werden. So könnte es uns bald gehen, mit den Versandkosten. Da wir bisher ja mehr als Kunde denn als Verkäufer aufgetreten sind, haben wir uns oft genug selbst geärgert, wenn aus dem “zzgl. Versandkosten” in “1,20€ zzgl. Vesandkostendann schnell 5 oder 6 Euro wurden. Daher sollten die Versandkosten unbedingt in dem Preis enthalten sein, mit dem wir werben. Da unser Produkt eine recht einheitliche Größe hat und die meisten wohl auch nicht mehr als ein Kilo Fleur de Sel kaufen wollen, gibt es auch keine praktischen Gründe, die dagegen sprechen.

Leider sind die die meisten unserer Konkurrenten nicht ganz so transparent. Teilweise ist das sogar gerechtfertigt, da Onlineshops mit großem Sortiment sicher häufiger mehrere Artikel zusammen verschicken, und dann entweder beim Einzelversand Verlust machen oder bei größeren Bestellungen die Versandkosten mehrfach berechnen müssten. Andere wiederum verdienen vermutlich hauptsächlich mit den Versandkosten, denn so ganz kann ich nicht verstehen, warum man 6€ berechnen muss, wenn man selbst im ungünstigsten Fall (einzelnes Päckchen bei der Deutschen Post) nur 3,90€ zahlt.Da wird der Weg zur Post wohl jedem Kunden einzeln berechnet. Solche Anbieter schaffen es dann gelegentlich sogar, mit einem Preis unter unseren 20€ zu werben. Das Blatt wendet sich dann erst am letzten Schritt im Warenkorb.

Eine ganz andere Sache sind dann natürlich nochmal die 6,95€ Angebote, die man manchmal findet, wenn man nach Fleur de Sel sucht. Das sind dann natürlich meist nur 125 Gramm, und mit Versandkosten bedeutet das dann Kilopreise von über 80€. Da vertrauen wir aber dem mündigen, informierten Konsumenten. Hoffentlich irren wir uns nicht.

Erstmal bleiben wir beim All-Inklusive Angebot, den ersten Bestellungen nach zu urteilen scheint es auch zu funktionieren.

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Das Salz ist da, hurra!

Zwar hatten wir mit dem Transportservice der Deutschen Bahn absichtlich den Freitag als Liefertermin ausgemacht, um es auch persönlich empfangen zu können, aber dann hat die Bahn etwas sehr seltenes, unerwartetes getan: sie kam zu früh. So muss dann ein bedauernswerter Logistiker den 25kg Sack zum Nachbarn in den 4 Stock geschleppt haben. Bedauernswert natürlich auch weil er sich – wie mein Nachbar mich später – gefragt haben muss, was für einen verdammt schweren Mist wir da verschicken. Leider wird er das nun nie erfahren.

Nun sind also die 25 Kilo in Deutschland – der Prototyp sozusagen. Dieses Salz stammt noch aus den inzwischen recht leeren Vorräten des letzten Jahres. Im Oktober werden wir dann das frische Fleur de Sel dieses Sommers heranschaffen. Diese erste Charge ist für den privaten Gebrauch und als Probe für die Medien und einige Freunde. Erstmal müssen wir es allerdings trocknen. Nachdem wir – wie vom Salzbauern unseres Vertrauen empfohlen – die unteren Ecken des Sacks aufgeschnitten haben lief auch erstmal etwa ein halber Liter Lauge ab. Erstaunlicherweise ist dieses feuchte Salz allerdings nicht “geschmolzen” und verklumpt wie ich es erwartet hätte. Konsistenz und Geschmack entsprechen genau dem hohen Niveau der Proben aus Guérande, die wir vorher in Gourmetläden besorgt hatten. Wir haben ja insgesamt sicher zwanzig verschiedene Sorten Fleur de Sel getestet, darunter aus so abwegigen Orten wie Indien, Peru und Slovenien. Aber nichts, nichtmal das ebenfalls bekannte Fleur de Sel de Carmaque, erreicht diese Qualität. Tausend Jahre Erfahrung und Handarbeit sind also vielleicht doch nicht so nutzlos.

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